Schwimmhilfen: Segen oder Fluch?

29. Februar 2016

Gleich vorweg: Schwimmhilfen sind und haben keine Überlebens-Garantie. Immer wieder kommt es „trotz“ vermeintlich sicherer Schwimmhilfen zu tragischen Bade- und Wasserunfällen. Technisch richtiges Schwimmen ist der beste Schutz und bietet die meiste Sicherheit! Leider haben Schwimmhilfen aber auch noch weitere Nachteile: Der Körperschwerpunkt und die Bewegungsfreiheit werden verändert bzw. eingeschränkt, was in weiterer Folge ein selbständiges Schwimmenlernen oft behindert. Daher sollten Schwimmschüler / Kinder möglichst oft auf Schwimmhilfen verzichten und Übungsleiter stattdessen lieber selbst Hilfestellungen anbieten, d.h. das Kind (je nach Alter und Ausprägung der Kopfhaltemuskulatur) am Bauch mit der flachen Hand oder an der Badehose hinten leicht festhaltend unterstützen, sodass das Kind sein eigenes Körpergewicht im Wasser zu spüren lernt. Kleinkindern hilft man am besten, indem man diese von vorne auf zwei Händen unter dem Brustkorb schweben lässt und so auch immer in Sicht- bzw. Sprechkontakt ist. Ähnlich kann die Hilfestellung in Rückenlage erfolgen: Am besten die etwas sicheren Kinder mit zwei Händen am Hinterkopf leicht festhalten und dabei auf eine entspannte Wasserlage achten oder unter den Achseln festhalten bzw. heranziehen, damit gleichzeitig der Kopf am eigenen Oberkörper anstösst, und so durch das Wasser ziehen und z.B. Rückenbeine üben lassen.

Schwimmhilfen wie Bretter oder Nudeln können genutzt werden, um einzelne Bewegungsteile konzentriert üben zu können, wie z.B. den Beinschlag oder Armzüge. Für einen systematischen Schwimmunterricht sind sicherlich Hilfsmittel wie etwa Schwimmgürtel oder Auftriebshilfen, die dem tatsächlichen Können angepasst, d.h. reduziert werden können bis man ganz darauf verzichten kann, zu bevorzugen. Insbesondere wenn nur Tiefwasser zum Schwimmenlernen zur Verfügung steht, wird man bei größeren Gruppen (z.B. Schulklassen) nicht ganz auf oben genannte Schwimmhilfen verzichten können.

Für Kleinkinder sind Schwimmflügel dann zu empfehlen, wenn das Kind seine Selbständigkeit z.B. auch im tiefen Wasser ausprobieren möchte – jedoch nur unter der Beobachtung der Eltern, die nicht mehr als eine Armlänge entfernt sein sollten. Gerade diese weit verbreiteten Schwimmhilfen führen aber zu einer aufrechten und damit untypischen Körperhaltung im Wasser einerseits und andererseits oft zu einer passiven Armhaltung. Ähnlich verhält es sich mit Schwimmwesten, die als „Schwimmhilfen“ nicht geeignet sind, aber natürlich ihre Berechtigung als Rettungsmittel haben. Gleiches gilt für Schwimmreifen und Wasserbälle, deren Einsatz nicht aus sicherheitstechnischen Aspekten erfolgen sollte. Als spielerische Elemente können sie bei fortgeschrittenen Schwimmschülern jedoch durchaus mit eingebracht werden.

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